RheinBurgenWeg Etappe 8


Noch schnell in den Supermarkt – und dann zu einem Ort, der für mich auf dem Rheinburgenweg Pflicht sein sollte: der Breyer Sauerbrunnen.

Ein paar Meter abseits der Route, aber der Abstecher lohnt sich. Das Wasser ist – wie der Name sagt – leicht sauer. Schwer zu beschreiben. Man muss es probieren.

Ruhig ist es dort allerdings nicht. Während meines Stopps füllten zwei Einheimische ganze 11 Kästen Wasser ab. Jeweils 12 Glasflaschen pro Kasten. Es klirrte ununterbrochen. Als ich ankam, waren sie schon dabei. Als ich ging, schleppten sie weitere leere Kästen heran.

Ich stand da, füllte zwischendurch meine eigenen Flaschen auf – und fragte mich ernsthaft, ob das vielleicht doch ein Jungbrunnen ist.

Ich war jedenfalls froh, dass ich kurz an die Quelle durfte.

Wenige hundert Meter hinter dem Sauerbrunnen erreichte ich nach 28,34 Kilometern und 9 Stunden 22 Minuten die Schutzhütte „Auf Riwisch“.

Die Schutzhütte „Auf Riwisch“ kann sich sehen lassen: Viele Sitzmöglichkeiten, geschlossener Innenraum, trockener Boden und herrliche Ruhe.

Und ganz klar: Das ist mit Abstand die beste Hütte auf dem gesamten Rheinburgenweg.

Wenn hier noch ein Brunnen direkt daneben wäre, gäbe es fünf Sterne mit Auszeichnung. Aber auch so ist sie nahezu perfekt. Große Wiesen rundherum, Sitzmöglichkeiten innen und außen, Fenster und eine Tür – also ein wirklich geschlossener Raum. Dazu vor der Hütte ein überdachter Bereich mit weiteren Sitzplätzen.

Kein Lärm aus dem Rheintal. Trotz Ortsnähe sauber, ordentlich, kein abendlicher Störfaktor. Genau so wünscht man sich einen Übernachtungsplatz nach einem langen Wandertag.

Die Entscheidung war schnell getroffen: Hier bleibe ich.

Der Abend verlief in absoluter Stille. Kein Verkehr, keine Stimmen, kein Wind in störender Stärke. Einfach Ruhe.

Nur mein Fußgelenk wollte nicht mitspielen. Ein deutliches Stechen, ein spürbares Pochen. Mit jedem Schritt hatte ich es schon gemerkt, jetzt in der Pause war es nicht mehr zu ignorieren.

Die Entscheidung für den nächsten Tag fiel noch am selben Abend: Ich würde auf meinen Körper hören.

Warnsignale sind keine Nebensache. Und ich hatte diesen Fehler schon einmal gemacht – sie zu ignorieren.

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht – dank Schmerzmittel sogar schmerzfrei – brach ich am nächsten Morgen früh auf.

Ein Infoschild weist auf die Bombentrichter hin. Sonst würde man sie einfach übersehen.

Schon nach wenigen Metern verschwand der Weg wieder im Wald. Vorbei an alten Bombentrichtern, Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg, ging es sanft, aber stetig bergauf.

Doch nach dem ersten Kilometer meldete sich mein Fußgelenk zurück. Kein dezenter Hinweis, sondern eher ein deutliches: „Guten Morgen. Du spinnst doch.“

Ich blieb stehen und traf eine klare Entscheidung. Nicht umdrehen. Aber auch nicht stur weiterziehen. Ziel war nun Boppard – und dort würde ich neu bewerten.


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Nach einigen Kilometern tauchte ich in das Einzugsgebiet der Bopparder Ausflugsziele ein: Engelseiche, Köhlerhütte, Mountainbike-Trails, Gedeonsblick, Biergärten, Vier-Seen-Blick, Sesselbahn, Klettersteig. Man merkt schnell, dass man sich einem touristischen Hotspot nähert.

Den Abstieg nach Boppard ging ich bewusst langsam an. Jeder Schritt kontrolliert. Auf halber Strecke stand die Entscheidung endgültig fest: In Boppard ist Schluss. Ich steige in den Zug.

Man muss auf seinen Körper hören. Alles andere rächt sich.

Unten angekommen folgte der Kulturschock. Menschenmassen. Fünf Flusskreuzfahrtschiffe lagen am Ufer, entsprechend voll war es in der Stadt. Nach der Stille der letzten Tage wirkte das fast surreal.

Der Weg zum Bahnhof war kurz. Auf befestigtem Untergrund lief es sich deutlich angenehmer als auf Wurzelpfaden.

So erreichte ich gegen Mittag den Bahnhof – nach 7,82 Kilometern an diesem letzten Tag.

Manchmal ist Aufhören keine Niederlage. Sondern Vernunft.

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