Der nächste Tag begann früh. Um 6:30 Uhr rissen mich die warmen Sonnenstrahlen aus dem Schlaf – und sicherheitshalber auch mein Wecker.
Durch die Nähe zum Ort hatte ich mit frühen Spaziergängern gerechnet. Die blieben zwar aus, trotzdem wollte ich zeitig los. Also Rucksack packen und weiter – noch vor dem Frühstück.
Direkt hinter der Domgartenhütte liegt eine kleine, baumbestandene Wiese, vermutlich im Besitz der Kirchengemeinde. Öffentlich zugänglich, mit Hängematten zum Ausruhen. Ein schöner Platz – aber ohne jeglichen Wetter- oder Sichtschutz. Für eine Übernachtung nur bedingt geeignet.
Kurz darauf wich ich vom offiziellen Rheinburgenweg ab. Dieser führt kurz vor der Weilsbornquelle hinunter nach Winningen bis an die Mosel zum Ende der 5. Etappe, nur um anschließend nahezu parallel wieder als 6. Etappe hinaufzusteigen. Das musste ich mir nicht antun.
Mich reizte der Abstecher zur Quelle – und ich wollte sehen, was am Flugplatz los ist. Außerdem stand dort noch eine Schutzhütte, die ich mir anschauen wollte. Das wäre die dritte potenzielle Übernachtungsmöglichkeit gewesen.

Vor Ort war schnell klar: keine Empfehlung. Die Hütte war vermüllt. Durch den angrenzenden Wanderparkplatz und die Straße direkt daneben dürfte dort bis in den späten Abend – vielleicht sogar nachts – Betrieb sein.
Ich folgte stattdessen einem Wirtschaftsweg durch die Weinberge, parallel zum Rheinburgenweg. Er lag nur etwa 50 Meter unter mir am Hang – sichtbar, aber nicht erreichbar.
Das störte mich nicht. Mein Weg führte später ohnehin wieder zurück auf die offizielle Route.

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Ich habe meine Trinkblase bereites gegen den Flaschenhalter ausgetauscht. Es war eine sehr gute Entscheidung, da das Trinken so griffbereit ist und man nicht noch den Schlauch suchen muss wenn er mal wieder verrutscht ist.
Wieder auf dem regulären Rheinburgenweg änderte sich das Bild schlagartig.
Die Landschaft wurde flach, fast schon unspektakulär. Die Weinberge verschwanden so schnell, wie zuvor die Steigungen gekommen waren. Statt schmaler Pfade ging es nun auf einem breiten Wirtschaftsweg ziemlich schnurgerade Richtung Güls, einem Stadtteil von Koblenz.
Zu Güls gibt es wenig zu erzählen. Kein Highlight, kein besonderer Moment. Ich verließ hier bewusst die direkte Route entlang der Mosel und ging in den Ortskern – ich wusste, dass es dort einen Supermarkt gibt.
Dort deckte ich mich noch einmal mit Verpflegung und Frühstück ein. Gegen 8:30 Uhr saß ich auf dem Vorplatz einer Kirche, in der Morgensonne, und genoss in aller Ruhe mein Frühstück. Ein einfacher Moment – aber genau richtig.

Anschließend ging es weiter zur Moselbrücke. Mit der Überquerung war ich wieder offiziell auf dem Rheinburgenweg.
Was danach folgte, war deutlich urbaner geprägt. In einer Großstadt lässt sich das nicht vermeiden. Positiv: Die Wegführung versucht, das Beste daraus zu machen. Keine unnötigen Schleifen, keine überflüssigen Straßenabschnitte.
Trotzdem ein klarer Hinweis: Nimm nicht den ausgeschilderten Weg durch die Kleingartenanlagen. Parallel verläuft der Burgweg – der ist die bessere Wahl.
Der Pfad durch die Gärten wird auf den letzten Metern extrem schmal. Auf rund 50 Metern geht man zwischen zwei Grundstücken entlang. Zwei Meter hohe Zäune links und rechts, dazwischen vielleicht 30 Zentimeter Platz. Ich kam nur seitwärts voran, den Rucksack seitlich in der Hand. Angenehm ist anders.
Vorbei an großen Wohnanlagen zog sich der Weg stetig bergauf. Selbst als es wieder in den Wald ging, war klar: Das hier ist Koblenzer Stadtwald.
Von Ruhe keine Spur. Die Schutzhütten wirkten wenig einladend. Aussichtspunkte? Genau einer – und der war so zugewachsen, dass man praktisch nichts sah.
Dann kam noch eine Wegsperrung wegen Forstarbeiten dazu. Also improvisieren. Ich schlug mich über einen alten Forstweg durch, der offensichtlich seit längerer Zeit nicht mehr genutzt wurde.
Und als wäre das nicht genug, wartete zum Schluss noch die Querung der dreispurigen Hunsrückhöhenstraße. Keine Ampel. Keine Querungshilfe. Nichts.
Die Autos fuhren mit 100 km/h – eher schneller. Durch die kurvige Straßenführung konnte man sich nicht einmal auf freie Sicht verlassen. Am Ende blieb nur eins: hinhören, abschätzen, losgehen.
Das war kein idyllisches Wandern mehr. Das war Konzentration und Timing.
Nahe dem Forsthaus Kühkopf traf ich wieder auf den offiziellen Rheinburgenweg. Der Pfad verlief parallel zu einer kleinen Straße durch den Wald. Spätestens alle 200 Meter ein Parkplatz – entsprechend viele Menschen waren schon am Vormittag unterwegs. Ruhe? Fehlanzeige.
Umso größer war meine Erwartung, als ich am Rittersturz ankam. Ein Ort mit historischer Bedeutung für Deutschland – und eigentlich ein Aussichtspunkt. Eigentlich. Denn auch hier war die Sicht komplett zugewachsen. Bäume statt Panorama.
Enttäuschung. Also weiter.