RheinBurgenWeg Etappe 4

Im Juni 2025 ging es wieder auf den Rheinburgenweg. Eigentlich hatte ich geplant, in St. Goar zu starten und nach Norden zu wandern. Die Anreise erfolgte mit der Bahn – und natürlich lief es nicht nach Plan. Verspätung.

Mein Anschluss in Koblenz wäre weg gewesen, der nächste Zug fiel komplett aus. Zwei Stunden in Koblenz festzusitzen? Keine Option. Also traf ich spontan eine Entscheidung: Ich stieg in Andernach aus und lief den Rheinburgenweg stattdessen Richtung Süden.

Im Nachhinein war das genau richtig.

Viele Wanderer hatten mir schon erzählt, dass alles nördlich der Mosel eher unspektakulär sein soll. Ab Bassenheim, so hieß es, würden Richtung Norden fast nur noch Feld- und Forstwege kommen – wenig Abwechslung, wenig Panorama.

Für den Abschnitt zwischen Andernach und Bassenheim kann ich das bestätigen. Es zieht sich. Landschaftlich wird es deutlich urbaner, die Wege wirken nüchtern und teilweise eintönig. Klar, hier und da taucht eine Burg als Highlight auf. Aber insgesamt fehlt das, was den Rheinburgenweg eigentlich ausmacht: Weite, Dramaturgie, dieses Gefühl von „Wow“.

Und ehrlich gesagt: Es wirkt sehr plausibel, dass sich dieser Charakter weiter nördlich fortsetzt.

Zuweg RheinBurgenWeg in Andernach
Der Zuweg zum RheinBurgenWeg führt zu großen teilen durch das Stadtgebiet von Andernach

Auf dieser Tour habe ich zum ersten Mal bewusst auf klassische Wanderstiefel verzichtet – und stattdessen Trailrunner getragen.

Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe.

Die Schuhe haben spürbar dazu beigetragen, dass ich schneller und vor allem komfortabler unterwegs war. Weniger Gewicht am Fuß macht über viele Kilometer einen enormen Unterschied. Das Gehen fühlte sich natürlicher an, weniger klobig, weniger ermüdend.

Einziger Nachteil: Ohne passende Gaiters sammelt sich schnell Dreck und Staub im Schuh. Gerade auf trockenen Wirtschaftswegen merkt man das deutlich. Aber das ist lösbar – gute Gaiters kann man problemlos nachrüsten.

Künftig werde ich auf meinen Wanderungen definitiv wieder zu Trailrunnern greifen.

Meine Wahl fiel auf die Altra Lone Peak 9. Leicht, flexibel und mit breiter Zehenbox. Genau das macht sie für lange Strecken so angenehm: Die Zehen werden nicht eingeengt, nichts drückt, nichts scheuert.

Ich hatte auf der gesamten Tour keine einzige Blase und keine Scheuerstelle – ein klarer Unterschied zu schweren Wanderstiefeln, die ich früher getragen habe.

Das einmalige Umknicken lag nicht am Schuh, sondern an Unachtsamkeit und Müdigkeit. Das muss man ehrlich sagen.

Fazit: Für die nächsten Touren stehen meine Altra Lone Peak 9 bereit. Und ich freue mich jetzt schon darauf, mit ihnen wieder Kilometer zu sammeln.

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Zuletzt aktualisiert am 22. Februar 2026 um 22:44 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr. Affiliat-Link (=Werbung): Als Amazon-Partner verdient der Seitenbetreiber an qualifizierten Käufen.

Gegen 11:00 Uhr kam ich in Andernach an. Erstmal ab in den Supermarkt und Proviant besorgen – eigentlich hatte ich das in Koblenz erledigen wollen. Zum Glück lag der Laden nur etwa 100 Meter vom Weg entfernt. Kein großer Umweg.

Der offizielle Zuweg vom Bahnhof führt durch den Ort hinauf Richtung Rheinburgenweg. Ich nahm schmale Treppen und kleine Fußwege und stieß im Bereich der Martingsbergstraße wieder auf die gelben Wegweiser. Von dort ging es ohne nennenswerte Steigung an Wohn- und Gewerbegebieten vorbei hinauf bis zur L116. Hier quert der eigentliche Rheinburgenweg die Landstraße.

Richtung Norden wären es rund 2,5 Kilometer bis zum Hochkreuz gewesen, wo der Weg im Wirtschaftswald verschwindet. Ich entschied mich bewusst für die südliche Richtung – die vierte Etappe in Nord-Süd-Richtung. Mir war klar: Dieser Abschnitt muss in einem Stück durchgezogen werden, mindestens bis kurz vor die Mosel.

Die Warnungen anderer Wanderer hatte ich im Kopf. Eintönige Wege. Kaum Abwechslung. Ein Blick auf die Karte bestätigte das: schnurgerade Linien, die sich kilometerweit durch die Landschaft ziehen. Feldwege.

Und genau so war es.

Der RheinBurgenWeg führt durch Felder. Keine Bäume, kein Schatten, keine Abwechslung…

Kein Schatten. Keine Bäume. Die Sonne brannte, der Weg zog sich. Ab und zu ein Blick in eine eher unspektakuläre Landschaft. So unspektakulär, dass selbst eine Sandgrube am Wegesrand plötzlich wie ein Highlight wirkte. Ein wenig Abwechslung bot Miesenheim. Besonders der Bereich an der Nette hatte Charme. Dort machte ich Mittagspause, atmete durch, sammelte neue Energie. Nach etwa einer Stunde ging es gegen 15:00 Uhr weiter.

Danach: wieder Feldwege. Kilometer um Kilometer. Zum Glück hatte ich ein gutes Hörbuch dabei – ohne das wäre dieser Abschnitt zäh geworden. Nach weiteren acht Kilometern wurde es plötzlich laut. Verkehrslärm. Die Überquerung der A61 stand an. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal über eine Autobahnbrücke freuen würde. Doch genau das tat ich.

Denn sie bedeutete vor allem eins: Das Ende dieser endlosen Feldweg-Odyssee.

Mit der Querung der A61 war klar: Bassenheim ist nicht mehr weit. Der Verkehrslärm blieb zurück, die Schritte wurden wieder ruhiger. Nach all den schnurgeraden Feldwegen fühlte sich selbst der leichte Anstieg Richtung Ort plötzlich abwechslungsreich an.

Als ich Bassenheim erreichte, war es ein merkwürdiges Gefühl. Einerseits Erleichterung – die vierte Etappe war geschafft. Andererseits diese nüchterne Erkenntnis: Genau der Abschnitt, vor dem viele gewarnt hatten, lag jetzt hinter mir. Und sie hatten nicht übertrieben.

Bassenheim selbst wirkte ruhig, fast verschlafen. Kein großes Spektakel, kein dramatischer Zieleinlauf. Einfach ankommen. Ortsschild. Straßen. Häuser. Alltag.

Hier endet offiziell die vierte Etappe in Nord-Süd-Richtung. Und gleichzeitig beginnt die fünfte.

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